Der Mensch will lernen, das liegt in seiner Natur. Doch der heutige Mensch ist zu sehr mit oberflächlichen Dingen beschäftigt, als das er weiter nach Wissen strebt und wenn er es tut, dann zerbricht er an der Überforderung. Diejenigen, die Innovationen schaffen werden zuvor belächelt, für verrückt erklärt, ignoriert oder bekämpft. Und oft sind es genau diese Menschen, von denen später gesagt wird, die haben es schon damals besser gewusst. Doch die Leistungskurve der menschlichen Genialität nimmt scheinbar wieder ab, denn was sollte noch erfunden werden: medizinisch versucht man Löcher zu stopfen, die zuvor selbst vom Menschen verursacht wurden und die Vielfalt der Krankheiten bzw. die Häufigkeit der Fälle nimmt immer weiter zu. Wirtschaftlich frisst sich das eigene System gerade auf und technisch kann nur noch optimiert werden, was bereits schon da ist. Die breite Bevölkerung wird mit alldem überhäuft und erstickt geistig an dem Überfluss der materiellen Güter.
Bittere Worte, harte Realität. Doch das sollte schon genug der wetternden Worte sein. Ich bin nur ein kleiner Mensch in einer großen Welt, von der ich nur einen winzigen Bruchteil weiß.
Im Alltagsstress ist es nun mal schwer seine Horizonte zu erweitern. Wann hat man schon die Zeit dazu, sich für mehre Stunden (!) nur mit sich zu beschäftigen und seinen Gedanken nachzuhängen?
Offenheit ist ein Schlüssel zu diesem bewussten “Lernerlebnis”, denn nur wer offen ist, Neues zu erfahren und diese Erfahrungen anzuwenden oder auszuprobieren, der profitiert von diesem Wissen. Um dafür Offenheit entgegenzubringen, bedarf es einem inneren Ehrgeiz, nicht auf der selben Stelle stehen bleiben zu wollen. Zuvor benötigt man natürlich erst einmal die Erkenntnis, das etwas verändert werden sollte. Und davor spürt man eine innere Unruhe und ein Gefühl, das irgendetwas nicht stimmt oder richtig läuft. Diese menschliche Wahrnehmung ist in jedem von uns. Kinder haben diese natürliche Neugier und Offenheit von Geburt an, sonst würden sie nicht diese Entwicklungstufen durchmachen, die sie benötigen, um als erwachsene Individuen in einem Sozialem Gefüge, wie das unserer Welt funktionieren zu können.
All das sind logische Sachverhalte, die jeder von uns schon mal gehört oder gelesen hat. Sind wir uns dem aber wirklich bewusst? Warum verlieren wir einen Teil dieser kindlichen Neugier und Offenheit? Und was bedeutet es nun, offen zu sein, um die eigenen Horizonte zu erweitern?
Jeder weiß, das man nach der Schule, dem Studium oder der Ausbildung und einigen Jahren praktischer Erfahrung niemals genug gelernt hat. Auch in der sozialen Ebene überraschen wir uns immer wieder selbst, wie der eigene Charakter wächst und sich verändert. Das geschieht bis ins hohe Alter und selbst da sind viele nicht “allwissend”. Die Frage ist nur: Wieviel möchte ich dazulernen, was möchte ich alles gesehen, erlebt oder an Wissen angereichert haben, wenn meine Zeit gekommen ist? Die Pessimisten würden sagen: Wozu so lange streben, wenn der Tod das Wissen mit nimmt? Die Optimisten meinen, dass man all das Gelernte mit “hinüber nimmt”. Und der Realist: Mein Wissen ist auch das Wissen meiner Nachkommen und alles was ich neu entdecke, ist eine Entdeckung für die, die ich liebe und die, denen ich damit nützlich sein kann.
Neugier ist Entwicklung, Entwicklung ist Fortschritt und Fortschritt ist Wissen. Das bedeutet nichts anderes, als das man auch mal Dinge hinterfragen sollte. Warum ist das so? Das beginnt bei Fragen wie: Warum entsteht ein Regenbogen, wenn es regnet und die Sonne dabei scheint? bis hin zu: Warum haben wir eine Weltwirtschaftskrise und was hat das Finanzsystem damit zu tun?
Schritt für Schritt arbeitet man sich zu dem Ursprung zurück, experimentiert, forscht - bis es kein “Warum” mehr gibt und siehe da, die Erkenntnis offenbart sich und meist hatten wir an die zuvor nicht im Traum gedacht.
Jeder geht anders damit um. Einige sprechen mit den engsten Vertrauten noch einmal darüber, gleichen vielleicht sogar die Eigene mit den anderen Erkenntnissen ab und stärkt sich darin, weiter zu forschen, neugierig zu sein, offen für Alles zu bleiben. Andere tun es der Öffentlichkeit kund und erhoffen sich dadurch eine Resonanz. Andere wiederum trauen der neuen Erkenntnis nicht und stellen diese immer wieder in Frage (was teilweise wieder zu neuen Erfahrungen führen kann) und manch Einer sieht es als gegeben und wird dennoch weiterhin den alten Weg gehen.
Wichtig ist doch nur eins: das, was uns an Informationen vorgegeben wurde, reichte für das eigene Wissen nicht aus. Die Kettenreaktion beginnt: geleitet durch unseren Ehrgeiz, vorangetrieben durch die Neugier und ermöglicht durch die Offenheit - Resultat: erweiterter Horizont. Und je weiter der Horizont um so mehr Gelassenheit dem gegenüber, was da noch kommen mag, um so zufriedener die eigene Seele, um so friedlicher das Herz.
Was jetzt noch fehlt ist ein Lösen der Schranken in den Köpfen der Menschen, die vor lauter Überfluss gar nicht sehen können, das da noch mehr Türen sind, die geöffnet werden sollten, aber das steht weder in meiner Macht, noch in der eines anderen Menschen. Was ich aber weiß: es gibt so viele da draußen, die genauso denken wie ich und vielleicht auch wünschen, das die nächsten Jahre im Zeichen des “Hinterfragen” stehen und somit im Zeichen des Erweitern der Horizonte durch das persönliche Wissen.
Ich Denke, also bin ich! Mir geht viel im Kopf herum und, typisch Frau, fange ich an zu analysieren. Dabei entstehen ganz eigene Gedankengänge, meist sarkastisch angehaucht und mit etwas Ironie vervollständigt. Meine Welt ist anders als Deine, aber ab und zu trifft man sich auf einer Ebene und hier beginnt unsere Reise in "susannalyse" - vom Sinn und Unsinn im Leben.
Susann Nicklaus
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