Unpünktlichkeit - Respekt ist was anderes

Sonntag, 10. Januar 2010

Unpünktlichkeit oder sogar die komplette Abwesenheit ohne abzusagen, ist nicht gerade die "feine englische Art" und mittlerweile gibt es ja sogar das akademische Viertel für das "geplante" 15minütige Zuspätkommen in Universitäten zur Vorlesung.

Schlimm genug, das man ein unpünktliches Zusammentreffen als nicht mehr unnormal ansieht und scheinbar akzeptiert, neuerdings fühlen sich einige Personen privilegiert, einfach nicht zu einem Termin zu erscheinen und viel schlimmer, noch nicht mal moralisch dazu verpflichtet wenigstens abzusagen.

Nun könnten einige Zuspätkommer sich rechtfertigen und der schnelllebigen Zeit die Schuld geben. Klar, heutzutage besteht der ganze Tag aus Terminen und das mit kurzen Zeitabständen. Zum Thema Zeitmanagement habe ich bereits gebloggt und im Netz finden sich darüber genügend Tipps und Tricks. Aber mal ganz ehrlich, für jeden tickt die Uhr nur 24 Stunden am Tag und ich kenne viele Menschen, die kein Problem mit der schnelllebigen Zeit und der Terminfülle haben.

Viel respektloser ist aber das Nicht-Erscheinen ohne Vorankündigung. Es ist deswegen respektlos, weil man die Zeit des Wartenden verschwendet, ja sogar stiehlt. Seine 24 Stunden wurden mit wertloser Zeit verkürzt und das geht dann zuweilen in die Privatsphäre desjenigen. Ich habe also vollstes Verständnis für die Menschen, die sich dann darüber aufregen und sauer sind.

Nicht nur im privaten Bereich ist das respektlos, wirtschaftlich gesehen sind unentschuldigte verpasste Treffen mit Geschäftspartnern, zu Arztterminen oder amtlichen Vorladungen wahre finanzielle Verschwendungen und werden teilweise sogar in Rechnung gestellt. Das liegt dann bei der Kulanz des "Geschädigten". Auch hier erlaube ich mir zu sagen, daß das rechtens ist.

Das man oft auch durch äußere Einflüsse zu spät sein, oder gar nicht kommen kann versteht jeder, aber nur, wenn man sozial genug ist, den Termin wenigstens zu stornieren. Der Andere kann dankbar für die gewonnene Zeit sein und diese nutzvoller einsetzen. Selbst möchte man schließlich auch Herr seiner eigenen 24 Stunden sein und lässt sich ungern von Anderen da reinpfuschen.

Und um kultiviert seinen Wunsch nach der freien Zeiteinteilung und Pünktlichkeit der Anderen in die Tat umsetzen zu können, empfiehlt es sich, dem Zuspätkommer oder Nicht-Erscheiner das auch persönlich zu sagen. Denn wie sollen diese Menschen erkennen, daß das, was sie da machen, absolut gesellschaftsuntauglich ist und die gute Beziehung zueinander beeinträchtigen könnte?

Ich habe da schon oft peinlich berührte, gesenkte Köpfe gesehen, denn eigentlich wissen wir alle, daß das Stehlen der Lebenszeit des Anderen respektlos ist.

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Kommentare

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1

Anonym am 11.01.2010 14:56 (Antwort)

danke suse:-)

1.1

Susann Nicklaus am 11.01.2010 15:27 (Antwort)

bitte, bitte ;-)


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Über Susannalyse

Ich Denke, also bin ich! Mir geht viel im Kopf herum und, typisch Frau, fange ich an zu analysieren. Dabei entstehen ganz eigene Gedankengänge, meist sarkastisch angehaucht und mit etwas Ironie vervollständigt. Meine Welt ist anders als Deine, aber ab und zu trifft man sich auf einer Ebene und hier beginnt unsere Reise in "susannalyse" - vom Sinn und Unsinn im Leben.

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