Einen sehr großen Teil unserer Handlungen und Entscheidungen haben wir unserem Ego zu verdanken. Das Ego hat nämlich sehr viel Kontrolle über unseren Willen. Es verführt uns zu Dingen, wo wir eigentlich wissen, dass sie nicht gut sind: rauchen, Alkohol trinken, lügen, neidisch sein, überheblich oder zu stolz sein, selbstmitleidig und schuldzuweisend, rachsüchtig, geltungsbedürftig, rechtfertigend und so weiter und so fort. Ein gesunder Egoismus ist nicht schädlich für andere, aber überlebenswichtig, um nicht ganz seine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren. Ein zu großes Ego aber macht einsam.
Du glaubst, einen freien Willen zu haben? Dann frag dich mal, warum du manche Entscheidung bereust, oder du dich dabei erwischst, etwas zu tun, was du eigentlich nicht willst. Das bist nicht du, das ist dein Ego. Wenn man sich bei jeder Handlung fragt, warum man das jetzt macht, dann stellt man (vorausgesetzt, man ist ehrlich zu sich selbst ) oft fest: man macht es für mehr Anerkennung, oder für mehr Geld, (mehr Wohlstand) oder um dazu zu gehören, oder für mehr Aufmerksamkeit, oder aus Angst, oder aus Abhängigkeit etc. "Ich mache es, weil es mir Spass macht." heißt nichts anderes als: "Ich befriedige mein Ego, weil es sonst nicht zufrieden ist" Das ist gut, wenn es Spass macht, aber es ist reiner Egoismus. Wenn es, wie gesagt, niemanden schadet, dann ist das vollkommen legitim.
Die Erkenntnis, dass unser Ego die ganze Zeit führt, erklärt damit aber schon mal, warum einige Entscheidungen oder Handlungen in unserem Leben im Nachhinein fremdgesteuert erscheinen.
Das Gegenteil vom Egoismus ist Nächstenliebe (im übertriebenen Fall: Altruismus) und rückt nicht die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund, sondern die des Anderen. Die Bedürfnisse des Anderen zu erkennen und zu befriedigen (zum Beispiel die Mutter, die ihrem Baby durch Berührung das Gefühl von Vertrauen vermittelt) geschieht ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, schon gar nicht, um ein eigenes Gefühl (Anerkennung: "Ich bin eine tolle Mutter") positiv erfüllt zu bekommen. Ich habe extra das Beispiel einer Mutter genommen, weil die Beziehung der Mutter zu ihrem Kind die reinste ("sauberste") Liebe ist und man hier deutlich erkennt, was Nächstenliebe bedeutet.
Aber zurück zum Ego. Das Ego liebt sich selbst und ist stets darauf bedacht, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Selbst wenn eine Kritik geäußert wird, meldet sich das Ego sofort mit Rechtfertigung, Beleidigung oder Selbstmitleid. Wie würde ein Nächtliebender auf Kritik reagieren? Ganz einfach, er würde sich bedanken, darüber nachdenken und eventuell an sich arbeiten. Was ist mit Rauchen? Würde man sich selbst und seinen Körper lieben, dann käme man nie auf die Idee sich zu vergiften. Der Mensch, der sehr viel Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild legt, möchte gefallen und verbirgt seinen (oft schwachen) Charakter - mehr Anerkennung. Der Mensch, der über sein Leben jammert und Anderen die Schuld gibt, hat nicht gelernt, dass er den größten Teil der Schuld trägt: er hat es soweit kommen lassen - Selbstmitleid. Ein Mensch, der sich erfreut, wenn einem Anderen etwas nicht gelingt, vergisst, das seine Hilfe wichtiger war - Schadenfreude.
Und so lässt sich das endlos fortführen. Das Ego ist sehr stark und hilft uns nicht immer dabei ein guter (wertvoller) Mensch zu sein. Abstellen kann man das Ego nicht, denn es ist ein Teil von uns, aber man kann es kontrollieren. denn abhängig wollen wir selten von etwas sein, also warum vom zu großen eigenem Ego.
Ich Denke, also bin ich! Mir geht viel im Kopf herum und, typisch Frau, fange ich an zu analysieren. Dabei entstehen ganz eigene Gedankengänge, meist sarkastisch angehaucht und mit etwas Ironie vervollständigt. Meine Welt ist anders als Deine, aber ab und zu trifft man sich auf einer Ebene und hier beginnt unsere Reise in "susannalyse" - vom Sinn und Unsinn im Leben.
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