Brauchen wir das wirklich?

Sonntag, 6. Juni 2010

Mein Experiment, mich von Dingen zu lösen - wo ich bisher glaubte, ich brauche sie unbedingt - ist im vollen Gange. Dabei beschränke ich mich aber nicht nur auf meine nahrungsbedingten Konsumgüter, sondern auch aufs Allgemeine: Alltagsdinge, die das Leben angenehmer machen.

Beispiel:

1. meine Mikrowelle - weg damit! Essen kann man in der Pfanne, im Topf oder im Backofen ebenso wieder erwärmen. Das ist vielleicht zeitaufwendiger, aber nun habe ich ein Gerät weniger, was nur produziert wurde um mein Geld aus der Tasche zu ziehen und damit wertvolle Ressourcen verschwendet wurden. Niemand braucht wirklich Mikrowellen. Ich boykottiere damit symbolisch all die vorgetäuschten Notwendigkeiten.

2. mein Fernseher - weg damit! Abgesehen, dass das heutige Programm mein Niveau weit unterschreitet (und mein Niveau ist durchschnittlich, aus statistischer Sicht) - der Computer machts möglich. TV-Karte geholt und man kann sich bei Bedarf den Müll weiter reinziehen. DVDs kann man ebenfalls mit einem PC ansehen und somit auch wieder Freunde einladen, die es gewohnt sind, "nebenbei" den Fernseher mit einer DVD aus dem Verleih laufen zu lassen - in dem Fall sieht man es dann auf dem Monitor des Rechners. Musik läuft übrigens mit guten Boxen perfekt und ersetzt somit auch gleich die HiFi-Anlage.

3. Handyvertrag und Multifunktionshandy - weg damit! Vertrag ist gekündigt und läuft diesen Monat aus. Ab dann habe ich eine aufladbare Karte, die bei meiner geringen Telefoniererei nur sehr selten aufgestockt werden muss. Mein Handy, was alles konnte (Fotografie, Videoaufnahme, MMS, Internet etc.) und dennoch wenig genutzt wurde, habe ich verkauft und stattdessen nun ein einfachen Handy, was lediglich zum Telefonieren und SMS verschicken verwendet werden kann. Billig und absolut unattraktiv für Diebe ;-). Der Vorteil: ich bin nicht mehr an einen Vertrag gebunden und kann sehr viel Geld sparen. Die Kosten habe ich voll unter meiner Kontrolle. Wenn die Karte leer ist, dann entscheide ich, ob sie und mit wie viel sie wieder aufgeladen wird. Und meine Digitalkamera ist sowieso besser zum Fotografieren, da muss ich mich wenigstens nicht mehr ärgern, bei entscheidenden Momenten schlechte Handybilder machen zu müssen. Die Kamera habe ich seitdem immer dabei.

Was die notwendigeren Konsumgüter betrifft, habe ich mich hauptsächlich von zu viel Fertigessen getrennt. Ich koche alles selbst und benutze dabei so wenig fertige Zutaten wie möglich. Sogar Kräuter pflanze ich selber an. Es ist einfacher als ich dachte: Kochen. So viel Zeit wird bei der Zubereitung gar nicht verschwendet, kommt nur drauf an, wie man seine Zeit dazwischen gestaltet. Zu zweit Kochen macht natürlich mehr Spaß, aber auch wenn ich allein bin und mein LapTop nebenbei an ist und ich zwischendurch surfe, arbeite oder schreibe...ein Essen kommt immer dabei raus.

Zu viel öffentliches Fernsehprogramm habe ich schon länger von meiner Liste gestrichen. Sehr selten mache ich die Klotze an und lasse mich seicht berieseln. Ich lese dafür viel: Internet oder Buch, Hauptsache den eigenen Kopf dafür benutzen und nur das erfahren, was einen auch wirklich interessiert.

Social Network war auch schon Thema in meinem Blog. Facebook musste als erstes daran glauben. Die Skandale, die sich zwischenzeitlich in den Medien über facebook und unseren Daten häuften, machte mich unsicher und stellte mich vor die Frage: Brauche ich facebook eigentlich? Man wird nur erneut abgelenkt und die eigentliche soziale Komponente leidet darunter.

Und so werde ich mich nach und nach von Dingen trennen, die mir mal als Wichtig erschienen und nun doch nicht erforderlich waren. Dabei kämpfe ich immer wieder mit mir selbst und dem Gefühl etwas Bequemes zu verlieren und vielleicht eingeschränkt zu sein. Aber bis jetzt hat sich das nie bewahrheitet und so werde ich immer sicherer mit den angebotenen Ablenkungen, die meine Zeit und mein Lebensunterhalt kosten. Was ich wirklich brauche ist oft weniger, als man mir vorzutäuschen scheint.

Das endgültige Ziel ist es, so unabhängig wie möglich zu sein. Frei zu sein, um sich auf das konzentrieren zu können, worauf sich jeder eigentlich konzentrieren sollte: sich selbst finden, die Gemeinschaft finden, Kraft und Stärke zu spüren, In Einklang und Harmonie leben zu können, keine Sorgen mehr haben, Dinge aus reinem Herzen und nicht durch Zwang zu tun, Freude und Glück spüren, Wissen zu erlangen und es weiter geben, Ängste verlieren u.s.w.

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Über Susannalyse

Ich Denke, also bin ich! Mir geht viel im Kopf herum und, typisch Frau, fange ich an zu analysieren. Dabei entstehen ganz eigene Gedankengänge, meist sarkastisch angehaucht und mit etwas Ironie vervollständigt. Meine Welt ist anders als Deine, aber ab und zu trifft man sich auf einer Ebene und hier beginnt unsere Reise in "susannalyse" - vom Sinn und Unsinn im Leben.

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