Ramadan

Montag, 15. August 2011

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Seit 1. August ist Ramadan und alle Moslems fasten 30 Tage lang, um eine der 5 Säulen des Islams zu praktizieren. Dabei dürfen sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen, trinken, rauchen oder anderen weltlichen Ablenkungsmöglichkeiten nachgehen, sondern sich einzig und allein mit ihrem Glauben durch Gebete und lesen des Korans intensiv beschäfftigen. Natürlich kann sich nicht jeder nur auf das Beten beschränken, denn arbeiten und Geldverdienen muss auch ein Moslem. Da wird sich hart durchgekämpft. Alles läuft etwas langsamer und wenn der Ezan zum Sonnenuntergang erklingt wird es auf einmal überall lauter und regsamer. Das Fasten darf gebrochen werden.

Doch Ramadan ist nicht nur ein Fasten, um seinem Glauben den nötigen Nachdruck zu verleihen, vielmehr soll er die Möglichkeit geben, an die Armen und Hungernden zu denken, nachzuempfinden, wie es ihnen tagtäglich ergeht und sich bewußt werden, dass es mehr gibt, als das, was unser doch bequemes Leben im Alltag bietet.

Ich habe mich auch damit versucht, musste aber leider abbrechen, da ich durch meine Verpflichtungen als Mutter und wenig Schlaf an meine körperlichen Grenzen gekommen bin. Wer krank ist, reist oder absolut nicht in der Lage ist zu Fasten, muss das auch nicht tun. So steht es im Koran. Kinder sind natürlich auch davon befreit, denn niemand soll durch das Fasten körperlich Schaden nehmen.

Dennoch bin ich dankbar für diese Erfahrung, denn ich habe wahrlich ein tieferes Bewusstsein für diese Abstinenz bekommen und mir immer wieder Gedanken gemacht, wie es den hungernden Menschen aktuell in Somalia, aber auch anderswo auf der Welt wohl ergehen muss. Dabei war der Hunger für mich noch nicht mal das Schlimmste, der Durst hat mich oftmals so geplagt, dass ich froh war, wenn ich beim Fastenbrechen als erstes ein Glas Wasser durch meine trockene Kehle fließen lassen konnte.

Bei meinen Gedankengängen ist mir auch aufgefallen, dass meine Stimmung nicht nur anfangs gereizt war, sondern im Laufe der Zeit auch traurig bis lethargisch anmutete. Mir fehlte ja jegliche Energiezufuhr und der wenige Schlaf tat sein Letztes. Weiter nachgedacht versuchte ich mich erneut in die armen Seelen hinein zu versetzen und da wurde mir klar, wie unglaublich verzweifelt und motivationslos doch die Hungernden sein müssten und dennoch kämpfen sie weiter. Ihr Leben ist nicht so wunderbar einfach wie unseres, dennoch leben sie, so gut sie es eben können - wandern tagelang zu den nächsten Ortschaften auf der Suche nach Hilfe und Nahrung. Der Überlebenswille ist dabei die treibende Kraft. Viele überleben es nicht, vor allem die Alten und die Kinder.

Meine Trauer wandelte sich teilweise sogar in Wut um, denn nicht jedem ist bewusst, wie schlimm so etwas ist. Da wird gedankenlos konsumiert und die einzigen Probleme scheinen zu sein: auf welche Party gehe ich am Wochenende und gibt es genug Alkohol? Oder: das neuste iPad ist der Knaller, das muss ich auch haben! Mir wird übel bei solchen Gedanken und auf einmal reflektiere ich mein bisheriges Leben. Ich habe auch mal so gelebt, aber schon lange geht es mir nicht mehr um Partys oder den neusten technischen Schnickschnack. Man wird ja älter und die Aufgaben und Prinzipien ändern sich. Ich habe mich zum Glück noch nie so wirklich darum geschert, was andere haben und mir mit den wenigen Dingen ein gutes Leben gemacht. Nun bin ich ein Stück weiser geworden und noch dankbarer für das Leben, was ich habe.

Ramadan ist nächstes Jahr wieder und vielleicht schaffe ich es dann doch komplett. Bis dahin wünsche ich allen Fastenden Allahs Segen und viel Durchhaltevermögen.

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Über Susannalyse

Ich Denke, also bin ich! Mir geht viel im Kopf herum und, typisch Frau, fange ich an zu analysieren. Dabei entstehen ganz eigene Gedankengänge, meist sarkastisch angehaucht und mit etwas Ironie vervollständigt. Meine Welt ist anders als Deine, aber ab und zu trifft man sich auf einer Ebene und hier beginnt unsere Reise in "susannalyse" - vom Sinn und Unsinn im Leben.

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